Das Anliegen des Meistertags NRW

Der Titel »Handwerksmeister«/»Handwerksmeisterin« ist das Qualitätssiegel in Deutschland. Aus diesem Titel ist sowohl der Meister bei Sportwettkämpfen als auch der Master bei akademischen Abschlüssen hervorgegangen. Als Anekdote der Geschichte sei berichtet, dass – als im ausgehenden 19. Jahrhundert im Zuge einer fehlgeleiteten Liberalisierung der Meister abgeschafft wurde – in England »Made in Germany« als Siegel für mangelnde Qualität eingeführt wurde, was seit langem wieder umgekehrt gewertet wird.

In der aufstrebenden Bundesrepublik war der Handwerksmeister für den nicht-akademischen Nachwuchs der Weg zu gesellschaftlicher Anerkennung, Selbstständigkeit und wirtschaftlichem Wohlstand. Aktuell ist er – nicht nur im politischen Raum aufgrund des Deutschen und Europäischen Qualifikationsrahmens – als gleichwertig zu akademischen Abschlüssen anerkannt.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat erneut gezeigt, dass Deutschland Dank des dualen Bildungssystems, welches ohne den Handwerksmeister nicht existieren könnte, erfolgreich durch die Krise gegangen ist und sich wesentlich besser als andere Länder behaupten konnte.

Da dies alles in der Öffentlichkeit viel zu wenig anerkannt wird, hat im Jahr 2011 der damalige NRW-Wirtschaftsminister Harry K. Voigtsberger angeregt, in einer jährlichen Veranstaltung den Meister zu feiern und in den Mittelpunkt zu stellen. Insbesondere sollen junge Meisterinnen und Meister, die sich neu für diesen Bildungs- und Karriereweg entschieden haben, in den Fokus gestellt werden. 2012 hat diese Veranstaltung erstmals stattgefunden und wird nunmehr jährlich fortgesetzt.